Travel Management Beratung – Margenbesteuerung TOMS 2020
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Margenbesteuerung

Margenbesteuerung: Warum?

Die Margenbesteuerung TOMS war ursprünglich als Vereinfachung für Reiseveranstalter gedacht, die mehrere Produkte zu einem Paket kombinieren. Aufgrund neuer EU-Richtlinien wird TOMS auch den Einkauf von Reiseleistungen für Dienstreisen ab 2020 komplizierter und teurer machen.

Die Margenbesteuerung wird auch als TOMS bezeichnet. Die Abkürzung steht für tour operator margin scheme.

Unterkunft, Passagiertransport, Ausflüge, Dienstleistungen von Reiseleitern und Lounge Nutzung am Fkughafen sind immer TOMS-Lieferungen.

Was bedeutet Margenbesteuerung?

Vereinfacht gesprochen, wird bei der Besorgung von Reiseleistungen zum Wiederverkauf (z.B. eines Hotelzimmers) die Marge, also die Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis, versteuert. Das Thema wirkt sich also immer dann auf den Preis der Leistung aus, wenn der Leistungserbringer nicht mit dem Rechnungssteller identisch ist. Ein Vorsteuerabzug ist dann für den Wiederverkäufer nicht erlaubt. Der Wiederverkäufer darf Umsatzsteuer nur für seine Marge berechnen.

Auswirkungen bei Geschäftsreisen - Mehrkosten

Leistungen, die über Vermittler bezogen werden, werden potentiell teurer. Der Vermittler kann die Vorsteuer nicht mehr geltend machen und wird diese der Marge zumindest teilweise zurechnen müssen. Für diese Marge wird dann die volle Umsatzsteuer erhoben, was weitere Mehrkosten nach sich ziehen kann.

Betroffen sind alle Leistungen, bei denen der Rechnungssteller nicht identisch mit dem Leistungserbringer ist. Die Auslegung dazu ist sehr weit gefasst. So fallen beispielsweise Flüge im CodeShare streng genommen unter die Rege-lungen zur Margenbesteuerung, wenn der gebuchte Anbieter nicht der operierende Anbieter ist.

Fallbeispiele

TOMS und daraus resultierende Mehrkosten werden in folgenden Fällen auftreten :

1

Corporate Billing Services

z.B. von HRS, Airplus oder Itelya: Die Rechnung kommt nicht vom Leistungserbinger, aber auch nicht „im Namen und auf Rechnung von…“. Damit sind diese Services potentiell TOMS relevant. HRS hat das Problem dadurch gelöst, dass eine eigene Banklizenz erstellt wurde und TOMS damit nicht greifen kann.

2

Vermittlerdienste

z.B. FreeNow/ Uber/ AirBnB: Rechnungssteller ungleich Leistungserbringer, damit potentiell TOMS relevant

3

verschiedene Anbieter in einer Buchung

z.B. Codeshare Flüge. Besonders spannend wird dieser Fall, wenn der operating carrier seinerseits das Flugzeug im Leasing von einer anderen Fluggesellschaft betreibt. Wenn also Lufthansa einen Eurowings Flug auf der Website verkauft, der von Air Baltic im Wet Lease geflogen wird, greift die Margenbesteuerung an zwei Stellen.

Weitere Beispiele sind Bahn + ÖPNV, Staatsbahn + Privatbahn, Event Packages

4

Betriebsmittel nicht im Besitz des Rechnungsstellers

z.B. Charter Flüge oder ein Hotel Franchise. Oft werden Hotels von einer lokalen Betreiber Gesellschaft unter Markenlizenz eines Franchisegebers in ei-ner Immobilie der Besitzer GmbH betrieben. Das Betriebsmittel „Hotel“ ist nicht in Verantwortung des Betreibers.

5

Anschlussflüge

Eine internationale Reise mit Zwischenstopp: muss jetzt zwischen dem EU und non-EU Anteil aufgeteilt werden.

Wenn ein nachfolgender Flug ein internationaler Flug ist, wird dies nicht als separate Reise angesehen, so-fern die Verbindung innerhalb von 24 Stunden nach dem geplanten Eintreffen des ersten Fluges hergestellt wird.

Wenn der zweite oder nachfolgende Flug Inlandsflug ist, wird dies nicht als separate Reise angesehen, so-fern die Verbindung innerhalb von 6 Stunden nach dem geplanten Eintreffen des ersten Fluges hergestellt wird.

Auswirkung: Bei Hin und Rückreise HAM – USA (Hin, Stop in Paris 48 Std, Rück Umstieg Frankfurt 7 Stun-den) müssen die Segmente einzeln betrachtet werden. Am Beispiel wäre auf HAM PAR und FRA HAM jetzt USt auszuweisen. Diese Leistungen waren bisher USt-frei.

Rechenbeispiel

Ein Wiederverkäufer kauft vom Hotel Übernachtungsleistungen in Deutschland ein. für107€ pro Übernachtung ein und möchte beim Weiterverkauf 20€ Gewinn machen.

In Zukunft wird sich diese Hotelnacht um 10,20€ verteuern. Bei einem Unternehmen mit 2.500 Hotelbuchungen je durchschnittlich zwei Nächte im Jahr bedeutet das „mal eben“ Mehrkosten von 51.000€.

Hotelrechnung bisher

Der Wiederverkäufer erhält vom Hotel eine Rechnung über 107 €.
(Leistung 100€ plus USt 7€)

Der Endkunde erhält vom Wiederverkäufer eine Rechnung über 128,40 €.
(Leistung 100€ plus Marge 20€ plus 7% USt)

Der gewerbliche Endkunde kann 8,40€ als Vorsteuer geltend machen.
Die Leistung kostet 120€.

Hotelrechnung mit TOMS

Mit Margenbesteuerung ändert sich der Endbetrag.

Der Wiederverkäufer erhält vom Hotel eine Rechnung über 107 €.
(Leistung 100€ plus USt 7€)
Die Vorsteuer kann nicht mehr geltend gemacht werden.

Der Endkunde erhält vom Wiederverkäufer eine Rechnung über 130,80€.
(Leistung 107€ plus Marge 20€ plus 19% USt auf die Marge)

Der gewerbliche Endkunde kann 3,80€ als Vorsteuer geltend machen.
Die Leistung kostet 127€.

Die Leistung ist jetzt also 7€ teurer.
Auch der Vorsteuerabzug ist um 3,20€ verringert.
Insgesamt entstehen Mehrkosten von 10,20€ für diese eine Hotelnacht.

Auswirkungen auf die Reisekostenabrechnung

Für die Reisekostenabrechnung entsteht eine Problematik beim Mehrwertsteuerausweis, In Zukunft können abweichende Steuersätze anfallen oder unerwartete Beträge ausgewiesen werden.

Jegliches Setup, das auf der Anwendung von Steuerschlüsseln basiert, müsste durch ein betragsorientiertes Setup ersetzt werden. Fast alle Systeme am Markt können dies aber gar nicht korrekt erfassen.

Damit entsteht Mehraufwand für den Reisenden bei der Erfassung mit Workarounds. In der Folge müssen alle TOMS relevanten Belegarten genauer als jetzt manuell geprüft werden. Viele Belege werden manuell in der Reisekostenabrechnung oder in der Finanzbuchhaltung korrigiert werden müssen.

Handlungsempfehlung

Im Moment herrscht erhebliche Unklarheit zu diesem Thema, auch weil die Gesetzgebung sich bisher nicht auf eine einheitliche Linie einigen konnte.

Prüfen Sie mit Ihrem Travel Manager, welche Ihrer Lieferanten in Zukunft möglicherweise TOMS Regelungen unter-liegen könnten, und sprechen Sie mit dem Anbieter, wie diese Regelungen unterstützt werden sollen.

Prüfen Sie, wie Sie in Zukunft TOMS Belege erfassen und verarbeiten können. Stimmen Sie sich hierzu mit der Finanzbuchhaltung ab.

Bereiten Sie sich darauf vor, dass die Gesetzgebung hier Veränderungen vornehmen wird, und beobachten Sie die Situation sorgfältig.

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